Google Buzz – mein zweiter Eindruck

Mittlerweile haben sich die ersten Eindrücke etwas gesetzt und ich habe heute Buzz zwischendurch ausprobiert und mich mit @fr1tz und @infinif0ld ausgetauscht.

Privacy

Im vorigen Eintrag hatte ich auf das Problem der “öffentlichen” Follower-Liste hingewiesen. Die berechtigte Frage ist nun “warum stört einen das auf Twitter nicht, da sieht doch auch jeder, wem man folgt und wer einem folgt?”. Ich finde, es ist eine ganz andere Dimension bei Google, da hier im Normalfall jeder mit seinem Realnamen arbeitet und nicht mit einem Pseudonym. Oder?

Google hat entweder schnell reagiert oder ich habe die Option einfach nur übersehen: man kann genau diese öffentliche Liste in den Profiloptionen deaktivieren. Ich finde zwar immer noch nicht gut, dass Google einem die Follower vorbelegt aber immerhin kann man es einstellen. Es spricht ja nichts dagegen, seine Follower selbst zu pflegen. Privatsphäre hat man nicht, die macht man sich. Sehr lesenswert zum Thema Privatsphäre ist auch der Artikel “The German privacy paradox”!

Use Case überdacht

Bei der Unterhaltung mit @fr1tz sind wir darauf gekommen, dass sich Buzz wohl weniger dazu eignet, vielen Leuten zu folgen – genau das tun wir ja auf Twitter. Twitter punktet hier durch die Beschränkung auf 140 Zeichen, es kann einfach nicht so viel Information geben wie bei Buzz. Bei Twitter schaffe ich es mühelos, die Timeline eines Tages mit meinen ca. 140 “Verfolgten” durchzuscannen. Bei Buzz macht das glaube ich keinen Spaß: Schaut man sich z.B. “A-Blogger” wie @kosmar an, erreichen die Buzzes schon mal die Maximalgröße mit 500 Kommentaren. Ob das so sinnvoll ist lasse ich einfach mal dahingestellt. Sicher ist allerdings, dass es zu viel Information ist. Ich verliere da zur Zeit sehr schnell die Übersicht.

Weiterhin stört mich, dass dadurch auch mein Google Reader “zugemüllt” wird. Wieso muss ich das ganze nochmal im Reader haben? Verstehe ich noch nicht.

Unsere Idee war nun, dass man Buzz wohl in erster Linie dazu benutzen wird, um sich im näheren Freundes- und Bekanntenkreis auszutauschen. Ganz so eng sehe ich das mittlerweile nicht mehr und ich habe daher meine Followerliste entschlackt: ich folge momentan auf Buzz tatsächlich meinem Bekanntenkreis (zumindest denjenigen, die Buzz schon nutzen) plus einiger weniger Internet-“Friends”. Mal sehen wie sich das so macht.

Zielgruppe?

Auf Facebook findet man viele Benutzer, die technisch nicht sehr affin sind. Für Google Mail kann ich das nicht beurteilen, @batschge sagte mir gestern, dass er eher den Eindruck hätte, dass Google-Mail-Nutzer mehr technikaffin seien. Könnt ihr das bestätigen? Für wen hat Google Buzz gedacht?

Mobile Nutzung

Die mobile App macht bereits einen guten Eindruck. Allerdings hatte ich Probleme, Einträge zu posten, es ging einfach nicht. Da das spontan installierte xROM (Android 2.1) auf meinem HTC Magic noch nicht sehr stabil war bin ich nun wieder zurück zum Cyanogenmod-ROM (Android 1.6) und verzichte vorerst auf die Web-App. Zur “Not” kann ich ja auch mit Mobile Maps Einträge posten.

Ich bin gespannt, wie sich Buzz macht.

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© Fabian Fischer 2010.

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